Die Hirn-Struktur und ihre Teilbereiche in der Entwicklung der Evolution
Es war an Weihnachten 2006 als mir ein netter Manager voller Begeisterung von einem Buch erzählte, das er kürzlich gelesen hatte. Es handele sich um eine neue Theorie, die dahin erklärt würde, dass jeder Mensch zwar nur ein einziges Hirn habe, es aber unterschiedlich benütze. Denn in Tat und Wahrheit könne man es gemäss den Ausführungen des Buchautors praktisch in drei gleichwertige Teilbereiche aufteilen, die unterschiedliche Funktionen hätten.
Das Hirn zerfällt also in
- das Urhirn, Stammhirn oder Kleinhirn, für das Elementare des Lebens
- das Mittelhirn, für das Organisieren des Lebens und die Menschenführung
- das Grosshirn, für das Nachdenken in weiten Linien über die Existenz der Welt
Jeder dieser Hirnteile habe einen unterschiedlichen Anteil am Denken eines jeden Menschen, aber bei jedem Mensch seien diese Anteile wieder ganz anders verteilt, und so könne man auf dessen Charakter, Fähigkeiten, Einsetzbarkeit und Intelligenz schliessen.
Wenn der Leser des Buches eine Skala von total 30 Punkten aufstelle und jedem Hirn etwa 10 Punkte zuweise, allerdings die echte Punktzahl gemäss dem Anteil seines Denkens in den Einzelhirnen, und zwar ermittelbar anhand eines Fragekataloges, könne es geschehen, dass im Total alle zwar 30 Punkte erreichen sollen, aber der Eine nur 6 Punkte zählen kann beim Kleinhirn, dann aber 13 Punkte vom Mittelhirn und dann noch 11 Punkte vom Grosshirn als Rest der obligatorischen 30 Gesamtpunktzahl - und Andere kommen dann wieder zu ganz anderen Aufteilungen der 30 Punkte. Jeder Mensch hat seine eigene Aufteilung der 30 Gesamtpunkte und dies erlaubt dem weisen General zu erkennen, wie er seine Truppe einzusetzen hat, dem Politiker, wie er seine Schäfchen zu überzeugen hat, dem Manager, wie er seine Belegschaft optimal auf Gewinnmaximierung einschwören kann und der Mutter und dem Vater und später den Lehrern und Professoren, wie sie die Menschenbande besser und mit mehr Effekt zu Geldmaschinen erziehen, die dann später wie Roboter genau das machen, was die Welt und ihre Machtelite von ihnen erwartet.
Je nach der Punktverteilung könne man, sagte mir mein Gewährsmann, auf diese Weise schliessen auf die Art von Intelligenz eines Menschen, auf dessen Charakter, auf dessen Einsetzlinie und dessen Weise, sich die Welt zu denken - ja, das ganze Denken eines Einzelmenschen würde offenbart und überschaubar und sei von daher von grossem Nutzen beim praktischen Einsatz dieser Theorie.
Und dies geht so:
Ein Mensch der archaischer denkt erkennt man an den vielen Punkten beim Kleinhirn, seine Kompatibilität mit Menschen und seine Organisationsfähigkeit bei den hohen Punktzahlen beim Mittelhirn, und ein Denker und Philosoph wird dann wohl die meisten Punkte beim Grosshirn einsammeln müssen. Dies sei auch logisch, denn die Funktionen der drei Hirnteile seien, wie bereit angetönt, doch sehr unterschiedlich:
Beim Kleinhirn geht es um die Überlebensstrategien, die elementaren Funktionen wie Flucht, Essen, Kämpfen, Sex, Ängste und Freuden der einfacheren Art. Also Einsetzbarkeit der Männer als einfache Soldaten im Krieg oder bei der Abfallentsorgung oder die Frauen als Huren zur Befriedigung der höheren Arten oder einfach als Gebärmaschinen für die Weiterentwickelten.
Beim Mittelhirn geht es darum, das Leben zu organisieren, Pläne praktischer Art zu schmieden, Karriere zu planen, Schulwissen zu pauken und sich in der Hierarchie immer mehr nach oben orientieren zu wollen. Die emotionale Intelligenz ist besonders entwickelt und damit auch die Tauglichkeit zur Menschenführung. Auch der Drang nach Reichtum und Ansehen geht in diese Kategorie. Und so sind hier wohl die meisten Masssenmenschen einzuordnen.
Mit dem Grosshirn werden vor allem Philosophien, Wirtschaftstheorien und neue Denkgrenzen erwogen. Der kreative Akt im Schreiben, Malen, Erfinden, neue Dinge zu sehen und zu denken, Sprachen zu lernen und zu verstehen, die Realität erfassen und überhaupt in intellektueller Hinsicht aufzusteigen zu immer neuen Grenzen und Höhen. Hier sind wohl die Schriftsteller, Forscher, Erfinder und Theoretiker des Hohen aus der Masse zu schälen.
Diese Theorie fand ich ungemein interessant und wollte darüber sinnieren, aber leider machte mein Gewährsmann sofort den Deckel zu mit dem Ansinnen, ich hätte den Denkansatz des von mir nicht gelesenen Buches völlig missverstanden. Das Buch gehe wirklich nicht von einer Wertung des Einzelmenschen aus, sondern es gehe ganz pragmatisch bei dieser Theorie nur darum festzustellen, wie der einzelne Mensch geschaltet sei. Jeder Hirnteil hätte seinen echten Verdienst und Eigenwert und somit eine eigene Gewichtung - die Hirnteile und deren Punktzahl wären also "gleichwertig". Was ich hier erweiternd vorbringen wolle, sei in Anbetracht der Situation ziemlich fehl am Platz. Und damit war auch schon eine sehr interessant zu werdende Diskussion geplatzt.
Und so liegt es jetzt an mir, unabhängig von einer Diskussion mit Freunden die Überlegungsebene weit über dieses blöde und stumpfsinnige Buch zu erheben, wo offenbar eine Dumpfbacke eine Eichel gefunden zu haben glaubte. Man darf ja auch eine gute Idee haben und aufgrund schwacher Denkgrenzen nichts damit anfangen können. Dies ist "normal" bei mindestens 99 Prozent aller Menschen. Dabei liegt hier die ganze Wahrheit über den Zustand bezüglich "Condition humaine" des Homo sapiens zur jetzigen Zeit, sein Ungenügen in philosophischer Hinsicht, sein absolutes Nicht-Kapieren der Gegenwart und deren Realität. Alles was ich seit Jahren schreibe, ist in diesem Denkansatz nicht enthalten und damit eine irrsinnig interessante Fragestellung, die mir neu war, ohnmächtig vergeben und weit unter Niveau abgehandelt worden.
Es kann keineswegs gleichgültig sein, ob ein Mensch hauptsächlich mit dem elementaren Ur- oder Stammhirn denkt, mit dem organisatorischen Mittelhirn oder dem intellektuellen Grosshirn. Wäre immer nur mit den ersten beiden Hirnen gedacht worden, stünden wir heute noch nicht einmal im Mittelalter, sondern noch in der Urzeit. Die Aufklärung hätte nie stattfinden können.
Was vielleicht auch besser gewesen wäre, in Anbetracht der heutigen desaströsen und verrückt gewordenen Technik- und Geldwelt und der Tendenz, mittels allem Wissen aus Natur- und Geisteswissenschaften, allen Erfindungen, Formeln wie E = mc2 und anderem Dreck unsere eigene Lebensgrundlage, die Erde, total zu zerstören und zwar innerhalb der nächsten 50 Jahre ab der Jahrhundertwende zum 21. Jahrhundert. Daran ist meines Erachtens aufgrund meiner Erkenntnisse keine Sekunde lang zu zweifeln. Wir sind daran, uns ökologisch, aber auch wirtschaftlich und kulturell von dieser Plattform des Lebens für immer zu verabschieden.
Trotzdem lohnt es sich, etwas länger über diese Hirn-Theorie nachzudenken.
Was unterscheiden einen Manager, der hauptsächlich mit dem Kleinhirn denkt, von jenem der hauptsächlich mit dem Mittelhirn denkt - und was jenen der hauptsächlich mit dem Mittelhirn denkt statt mit dem Grosshirn? Dies wären doch die grossen und intelligenten Fragen, die man in diesem Buch hätte beantworten können, wenn der Autor nicht hauptsächlich mit dem eigenen Klein- und Mittelhirn gedacht und geschrieben hätte.
Diese Frage trifft nur zu auf Manager, sondern auch auf Politiker, Künstler, CEO, Wirtschaftstheoretiker - und sogar auf die "Philosophen", die in der Vergangenheit nie das Ganze gesehen haben, das ganze Ökosystem der Erde, sondern immer nur die Interessen einer einzigen Spezies, des Homo sapiens. Und das Endresultat ist die Ausrottung dieser Spezies durch sich selbst, respektive durch seine Grosstaten der Vergangenheit: Technik, Geldsystem, Ausraubung aller Schätze, Vernichtung von Boden, Wasser und Luft und Selbstverbreitung in einer Weise, dass der Planet kollabieren muss unter dem Gewicht der idiotischen Ansprüche des eitel gewordenen Vanitäts-Menschen.
Trotzdem soll die Frage am Beispiel "Manager" hier mal bedacht sein:
Der Kleinhirn-Manager denkt nur an seine Macht. Mit sicherem Instinkt spielt er alle gegen alle aus und keiner merkt, wie dumm dieser "George W. Bush" ist. Er nutzt seine Dummheit aus, indem er gescheitere Leute zuzieht und einfach auswendig lernt, was diese ihm zu erzählen haben. Aber am Schluss entscheidet er allein aufgrund seines unglaublich niedrigen Denkvermögens immer falsch und ohne die Interessen aller Anderen zu bedenken. Er würde die Verhältnisse als Gesamtheit noch nicht einmal kapieren, wenn man es ihm im Detail nachweisen würde. Und dies gilt für alle Berufe und Beschäftigungen, die wir uns denken könnten, für Männer und Frauen und sogar für unsere Kinder.
Der Mittelhirn-Manager oder andere Berufsmann und -frau, ja auch die Hausfrauen und Kinder, sind zwar gewaltige Organisatoren, können Menschen führen, haben ein Gespür, welche unnötigen Bildungsgänge und spektakelhaften Firmenprogramme durchzuziehen sind, sie machen sich wichtig vor Presse, Radio und TV mit immer neuen unausgegorenen Planungen von Dingen, die völlig überflüssig sind. Sie setzen - wie bei Privatisierung, Globalisierung, Deregulierung - alles ausser Kraft, was noch funktioniert hätte in der Kleinheit der Verhältnisse, bei Autarkie und Autonomie, doch sie probieren wie blöde herum mit Sozialprogrammen, "Innovationen", Events, Massenforen des Sozialen und Wirtschaftlichen, in Davos beim WEF oder andernorts an Sozialforen, und produzieren neue nutzlose Ideen einer eingeschränkten Phantasie, setzen irrwitzige Statistiken in die Welt, die kein Mensch versteht, was auch besser ist und schlagen Schaum vom Morgen bis zum Abend und kommen sich trotzdem als nützliche Mitglieder der Gesellschaft vor.
Der Grosshirn-Manager kann seinen Beruf gleich vergessen. Er ist höchstens fähig, sein eigenes Ungenügen zu erkennen, in der Menschenführung, als General einer Armee, als Präsident eines Volkes - und so zieht er sich in den Elfenbeinturm des Wissenschaft oder Privatheit zurück. Allenfalls funktioniert er noch als graue Eminenz aus dem Hintergrund, schreibt die Reden der Mächtigen und macht auf Denkfehler bei Einzelnen, Gruppen, ganzer Nationen und der Welt als System aufmerksam. Aber lebensfähig in diesem Irrsinnssystem des heutigen Menschen ist er nicht, weil er sich zu viele Gedanken macht und seine eigene Beschränkung im Denken und Handeln erkennt. Er wird seine Funktion freiwillig an die Mittel- und Kleinhirne abtreten, an die "Macher" des Wahns, sonst endet er früher oder später im Konkurs oder im Selbstmord.
Und wie wäre es im die Menschheit bestellt, wenn alle Menschen die Hirnstruktur des René Delavy hätten? In Anbetracht der Tatsache, dass ich seit frühester Jugend das Debakel der Massenmenschheit mit ihrer irrsinnigen Geldwelt und einer überbordenden Wissenschafts- und Technikgläubigkeit erkannt habe und schon immer verdammte, wäre wohl einiges anders gelaufen. Zuerst einmal wären wohl nie mehr als eine Milliarde Menschen in die Welt gesetzt worden, die wahnsinnige Bevölkerungsexplosion von nur einer Gattung wäre wohl nicht inszeniert worden. Sodann wäre technologische Umsetzungen wie Atomkraftwerke oder -bomben nie in die Tat umgesetzt worden. Autos und Flugzeuge wären erst mit reinen Motoren in Verkehr gesetzt worden und in der Anzahl bei höchstens einem Hundertstel der heutigen Zahlen. Der Umweltschutz hätte immer oberste Priorität gehabt, die Menschen wären dahin erzogen worden, dass die Welt ohne Krieg und Folter und Dummheit in den Medien zu organisieren wäre. Bei Pandemien wie Aids und Vogelseuche wären sofort alle Beschränkungsmassnahmen wie Quarantänen getroffen worden, die gleich zu Beginn der kommenden Katastrophen eine weltweite Verbreitung unterbunden hätten. Die massenhafte Quälung von Tieren als Massenware zur Nahrungsmittelproduktion, als Spielzeuge oder als Versuchskaninchen für Medikamente und Schönheitsmittel der dummen Damen wären nie passiert und die Ausrottung von Tieren, die Verwüstung von Urwäldern und ganzer Kontinente ebenso wenig Tatsache geworden.
Doch hätte dies geholfen? Ich denke nicht. Denn der Mensch, auch ich, haben immer noch den Zug ins Grässliche, Bodenlose, Gierige, mit unendlichem Geltungsdrang, Wahn der Beherrschung der Verhältnisse und der Glaubenswahnsinn, in Religionen selbst Gott spielen zu wollen, wären wohl nie aus dem genetischen Programm des Homo sapiens zu streichen gewesen. Und vielleicht wäre der Zusammenbruch der Systeme nicht im 21. Jahrhundert erfolgt, sondern vielleicht erst in Zehntausenden von Jahren.
Aber eigentlich müsste das ganze philosophische, psychologische und kulturelle Programm der Spezies Mensch komplett ausgetauscht werden, um eine Art auf dieser Plattform des Lebens, der Erde, zu dulden, damit so etwas wie ein irdisches Paradies entstanden wäre, ohne Schmerz, ohne Kriege, ohne Missbrauch der Natur und der Tiere, ohne Reiche und Arme, ohne Privilegierte und Geschundene, ohne Gebildete und völlig Verblödete, wie wir es heute weltweit einfach als Tatsache hinnehmen müssen.
Es ist nun aber so wie es ist, mit unseren Stamm-, Mittel- und Grosshirnen, oder der elementaren Natur des Menschen, dessen Organisationstalent und dessen Unfähigkeit, über die eigene "Condition humaine" nachdenken zu können und zu erkennen, in welcher Lage sich seine Welt tatsächlich befindet. Dafür schreibe ich mir die Finger wund, und nur einer aus Tausend kann knapp verstehen, was er zu verstehen hat aufgrund meiner Bücher und Editors Letters. Gut so. Es macht keinen Sinn, eine verlorene und verdummte Masse wieder auf die Bühne des Geschehens zurückreissen zu wollen, um das Elend dieses Planeten weiter in die ewige Länge zu ziehen.
Alles soll rasch und schmerzvoll geschehen, der Zusammenbruch der Systeme in Wirtschaft, Politik, Ökologie, Wissenschaft, Kultur, Philosophie und Massenverblödung. Nur so wird es auszuhalten sein. Wir haben selbst darüber entschieden - und kein Gott, der von uns selbst erdacht worden ist, um alle unsere Wünsche befriedigen zu sollen. Dieser Gott ist ein Hirngespinst nach unserem Ebenbild. Ein echter universeller Gott könnte nur Staunen ab so viel Anmassung und geistiger Selbstverblödung einer Gattung, die er so niemals selbst geschaffen haben kann. Hier hat einfach die Evolution nach Darwin verrückt gespielt - und kein Mensch hat dies bis heute kapiert. Und so geht alles den Weg des Wassers - und am Schluss schwimmen wir tot in der eigenen produzierten Kloake herum, die wir selbst erzeugt haben. Und Gott wird es gut oder schlecht finden. Was kümmert dies das Schicksal, in Anbetracht des gigantischen Selbstverschuldens?
Und so haben wir nun also etwas gelernt über Hirnstrukturen und sind genau so eingebildet und so blöd wie zuvor. Dies war eigentlich abzusehen, gleich zu Beginn des Diskussion mit meinem Manager, und hier nur nochmals zu beweisen: Dass der Mensch niemals fähig sein wird zur Reflektion über sich selbst - auf dem Niveau eines genialen Grosshirns, Freunde.
Und nun habt Euch wohl, begeht weiterhin alle Irrtümer der Welt, macht auf dumme Erkenntnisse der Nutzlosigkeit in Anbetracht der geistigen Ausgangslage und verreckt endlich, bei der Vernichtung aller Lebensgrundlagen. Die Empathie für die Mitgeschöpfe und der Natur als Ganzes ist ohnehin verloren gegangen auf dem Run nach Geld und eigener Wichtigkeit. Doch wo dies alles enden muss, wissen wir nun... vorausgesetzt, wir verfügen über genügend Grosshirn, neben den beiden anderen unverzichtbaren und archaischeren Denkapparaten.