René Delavy

Das Wesen und die Grenzen von "Integration"

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Das Wesen und die Grenzen von "Integration"

Integration - Wesen und Grenzen

 

 

Ursprung von Integration

Der Ursprung der Integration war das normalste Ding der Welt. Alle Länder der Welt sind durch Integration von "Fremden" entstanden. Einmal sofort, dann über längere Zeit und Distanzen, dann wieder gefördert oder abblockiert bis zum Letzten. Doch kein Land kann sich rühmen, immer nur "Einheimische" gewesen zu sein. Also ist "Integration" nicht zu definieren, es ist eine pragmatische Tatsache, unmöglich, ohne diese Durchmischung von Völkern, Rassen, Religionen, Geschlechtern und Kulturen zu leben.

 

Integrationsgeschichte der Schweiz

Man soll reden von Dingen, die man kennt. Zum Beispiel die Schweiz.

Zum Beispiel von Max Frisch:

"Wir erwarteten Arbeiter und es kamen Menschen." Ein banalerer Spruch als dieser ist nicht denkbar. Es kamen keine Tiere, keine Monster, keine Idioten, es kam ein Durchschnitt an Menschen, selbst dann, wenn man vom "Bodensatz des Mittelmeeres" sprach. Kein Mensch ist und bleibt dumm, und kein Mensch ist wirklich intelligent, von welchem man dies auch immer annimmt

Die normalen Schweizer wussten schon immer, dass der Spruch von Max Frisch eine literarische Dummheit war. Dies wäre Friedrich Dürrenmatt nie passiert. Er war nie ein "Bünzli-Schweizer" des Intellekts. Er war hingegen ein kosmopolitischer Fantast, und dies ist in meiner Literatur in verschiedenen Büchern als ebenso grosses geistiges Manko erklärt worden, wie die Bünzlihaftigkeit von Frisch. Diese komplexe Welt ist nicht mit Sciencefiction erklärbar, nicht mit Romanen, nicht mit Sachbüchern, sondern nur mit allerhöchstem Geiste im Philosophischen, der sich aber ausschliesslich an der Macht des Faktischen misst. Alles Andere ist heute eine scheinheilige Bewunderung von falschen Grössen, des Körpers, der Sachen, der Taten, der VIP - und niemals der Geistesgrössen, die es noch zu entdecken gilt.

Doch jetzt gehen wir ernsthaft vor beim Studium des Gegenstandes:

Ob Uhren-, Schokolade, Banken-, Metall-, Technologie-, Computer- oder Energie-Industrie: Immer wieder die Ausländer, die noch nicht integrierten, immer wieder vermeintliche "Unterhunde" der Gesellschaft, die später zu "Genies" verklärt worden sind:

Nestlé, BBC (später ABB), Chemische Werke in Basel, Banken in Genf, Metallinnovationen jeder Art, Uhrenindustrie vom französischen Jura etc. etc. - ohne DIESE Ausländer wäre die Schweiz nie zum Abzocker-Country geworden, das es heute darstellt. Den Reichtum, den wir heute haben, hätten nicht die Blocher-SVP-Idioten eines Giezendanner-Parlaments, sprich die Bergbauern hinter Uri, Schwyz und Unterwalten, geschaffen. Dafür wäre die Schweiz vielleicht natürlicher, bescheidener, erhaltener und weniger einem Banking-Holocaust zuneigender Staat geblieben.

Man sieht es bereits: Was als grosse Errungenschaft betrachtet wird, ist meistens ein Trugschluss.

 

Grenzen der Integration

Genau an der Schweiz kann man die Grenzen der Integration messen: Wie viele Ausländer will man integrieren, vor allem, wenn vielleicht doch noch die grosse Rezession kommt? Etwa 20 oder 50 Prozent der Gesamtbevölkerung?

Man muss absolute und fundamentale Fragen stellen, will man auch nur annähernd eine kluge Antwort erhalten.

Hier will ich ausnahmsweise der Blocher, Mörgeli, Giezendanner, Kaufmann, Spuhler - SVP, ein Kränzchen winden:

Diese Kerle haben als Erste erkannt, dass diese Massenzuwanderung einfach Grenzen haben muss. Und auch dass sprachlich und kultur-mässig nicht angepasste Leute in Massen zu gewaltigen Spannungen führen müssen. Deshalb, nur deshalb hat diese Partei innerhalb weniger Jahre einen Drittel der gesamten Stimmbürger ihres Landes für sich gewinnen können - weil die anderen Parteien zu blöde waren, den Anteil an Ausländern, die Sozialmissbrauch und die Kriminalität verbreiteten, richtig einzuschätzen und damit, mit dieser Gefährdung, die innere Ruhe eines Volkes hintertreiben konnten.

Jedes Kind konnte sehen, wie die misslichen Zustände wuchsen, wenn gewisse Volksschichten in Massen in die Schweiz (oder jedes andere Land) strömten. Ohne ihnen sofort, und zwar in den ersten Stunden, den Tarif des Zusammenlebens in ihrem Rettungs- oder Wunschland, durchzugeben, wurde eine Multi-Kulti-Idiotie vom Zaune geboren und es den "Neuen" überlassen, wie korrekt sie sich vor ihren Rettern, hinaus aus einer angeblich bedrohlichen Misere und Verfolgung, verhalten sollten. Dies konnte nicht gut gehen - und es ging nicht gut.

 

Integrations-Leitbilder

Integrationsleitbilder wie im Kontext Radio DRS 2 vom 10. April 2008 verbreitet, tönen sehr logisch. Sie sind es nicht. Ohne eine klare Sicht auf die Vorteile und die Nachteile der Integration, für die Neu-Zuzügler wie auch für die Schon-da-Gewesenen, ohne eine klare Vorstellung von Zusammenleben, im Moment und für alle Zukunft, ist ein Staat früher oder später am Ende.

Denn Massen an Völkern in einem offenen Staat führt zu "Integration ohne Grenzen".

Ich erkläre mich: Würde den afrikanischen Völkern vermittelt, dass die "reiche" Schweiz ihre Tore voll öffnet, kämen Millionen von Schwarzen, Braunen und Gelben zu uns und würden es als natürlichste Wahrheit betrachten, innert kürzester Zeit den gleichen Wohlstand zu haben, wie die Kuh-Schweizer. So primitiv SIND die Ansichten von einfacheren Gemütern.

Hatten wir schon: Die Ex-DDR Bürger glaubten allen Ernstes, innerhalb von wenigen Jahren den Standard der besser-gestellten West-Deutschen zu bekommen. Sie übersehen dabei schlichtweg, dass die Schicht der "Working Poor" auch im Westen am Explodieren war, dass Kohl die ostdeutsche Infrastruktur vernichten würde und dass die "Reichtum" des Westens beim Kraftakt Flöten gehen könnte.

Dasselbe Schauspiel im "New Europe of Rumsfeld": Hinein in die EU, dann Illusionen, Illusionen ohne Grenzen, und schliesslich die Ernüchterung. Der Neuzuzug wird für eine Verarmung der gesamten EU sorgen, nur wissen das die Europäer, die neuen und die alten, noch nicht.

Oder in Amerika die Mexikaner und andere "Südländer": So viel Hoffnung bei der Anreise - und dann sieht man die explodierende Armut der schon Angekommenen in diesem Idioten-Staat, der nun endlich sich anschickt, "going down the drain" in den Orkus zu wandern. War auch höchste Zeit!

 

Schlussfolgerung

Integration ist von einer Einfachheit im Fundamentalen und von einer Kompliziertheit im Praktischen, wie es sich kein angeblich "gebildeter" Schweizer Soziologe oder "Philosoph" vorstellen kann.

Es bräuchte das Studium meiner Bücher, um auch nur ansatzweise zu kapieren, was dieses Wort "integration" im Gesamtkontext der menschlichen Irrtümer der letzten 200 oder gar 2000 Jahre bedeuten könnte.

Doch das Feuilleton kriecht lieben den Frisch, Dürrenmatt, Meienberg, Fräuleinwunder und heutige Klein-Klein-Schreiber in den Arsch, anstatt die ganz grosse Literatur endlich zu erfassen. Und deshalb können mir mal alle am Arsch.

Ich schrieb dies NICHT für die Schweizer Medien einer völligen Idiotie dem Faktischen gegenüber. Ich schreibe nur noch für die zukünftigen Leser der Gesamtwelt, die wenn immer möglich keine Kuh-Schweizer-Banker eines gewaltigen Derivativ-Casinos und des gemütlichen Klein-Denkens sein mögen.

Möge der "Reichtum" dieses Landes, dank den immigrierten Menschen, noch rächen. Dies ist mir die Gegenwart mit Hinblick auf meine Literatur einfach noch schuldig.

René Delavy, Berlin and Bournemouth

 

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